Viele schöne und reizvolle Ausblicke bietet im Berliner Westen der Uferweg entlang der Havel. Immer wieder durchquert der Fluss verschiedene Seen und nimmt dabei eine beachtliche Breite ein, so dass man als Ausflügler vom Ufer aus den Blick über das Wasser schweifen lassen kann, während nur ein paar Meter entfernt der hügelige Grunewald zahlreiche Wandermöglichkeiten bietet.
Wir wanderten im Sommer mit unserer Hündin Alfa an zwei verschiedenen Tagen unter der Woche entlang der Havel, jeweils beide Male parallel zum Grunewald. Der Grunewald ist ein großes Waldgebiet im gleichnamigen Berliner Ortsteil, welches eine Vielzahl von Wandermöglichkeiten bietet. Man kann sich schöne Rundwege zusammenstellen, um beispielsweise in einer Richtung an der Havel zu laufen und zurück dann durch den Wald zu gehen.
Vom Postfenn entlang der Havel bis zum Grunewald-Friedhof
Wir starteten unseren ersten Ausflug zur „Grunewalder“ Havel an der Kreuzung der beiden Zugangsstraßen „Am Postfenn“ und „Havelchaussee“. Dort finden sich auch Parkplätze in begrenzter Anzahl für Autos. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist eine direkte Anreise per Bus möglich, was jedoch unsere Hündin aufgrund des vielen Schaukelns eines Busses nicht mag. Mit der S-Bahn wäre eine Anfahrt bis zum Bahnhof Pichelsberg denkbar, jedoch muss man von dort ca. 2 km zusätzlichen Fußweg einplanen.
Bei oben genannter Kreuzung beginnt auch der Uferweg, auf dem wir nun Richtung Süden liefen. Der Uferstreifen ist oftmals geschützt, d.h. der Natur wird freien Lauf gelassen und nicht immer hat man eine Sicht auf das Wasser. Diese bekamen wir an einer der öfter anzutreffenden kleinen Buchten oder an kleinen Stränden, wo wir Fotos machten oder Alfa spielen ließen. Der Weg ist meist befestigt, mit kleinem Schotter, manchmal aber auch sandig und breit. Von Zeit zu Zeit kam ein Radfahrer, aber das war eher selten.
An der Landzunge Schildhorn entschieden wir uns an deren Außenweg entlang zu gehen, so dass wir auch von deren Spitze aus die Havel einsehen konnten. Der „Umweg“ dadurch beträgt ca. 1 km. Wir gingen noch weiter bis zur Badestelle Kuhhorn, wo sich eine DLRG-Station befindet, neben der ein Weg in den Wald führt. Diesen schlugen wir für unseren Rückweg ein und liefen bergan. Der Grunewald ist kein „flaches“ Waldgebiet, sondern hat kleinere Erhebungen, immer wieder auch kleine Senken, so dass der Rückweg ein wenig anstrengender war. Wir überquerten die Havelchaussee-Straße und liefen zum Friedhof Grunewald-Forst. Dieser als „Friedhof der Namenlosen“ oder „Selbstmörderfriedhof“ bezeichnete Ort liegt mitten im Wald und ist umrandet von einer Mauer. Der Zutritt von Hunden ist nicht gestattet. Von dort liefen wir zurück zu unserem Parkplatz „Am Postfenn“, leider etwas querfeldein, weil der Weg aus unserer Karte zunehmend zu einem Pfad wurde, der sich irgendwann im Laub verlor.
Rund um den Grunewald-Turm
Unsere zweite Tour begannen wir am Grunewald-Turm, einem Aussichtsturm mit Restaurant und Biergarten an der Havelchaussee weiter südlich gelegen im Vergleich zu unserem ersten Ausflug. Wie zuvor reisten wir mit unserem Hund mit dem Auto an und nutzten den dortigen öffentlichen Parkplatz. Mit Bus kann man auch hier unmittelbar herfahren, mit der S-Bahn wäre der nächste Bahnhof jedoch fast 6 km entfernt. Der Turm kann bestiegen werden, was wir jedoch nicht vorhatten, sondern wir gingen gleich bergab zur Havel.
Ähnlich war auch hier der Uferweg von Bäumen oder Sträuchern umsäumt, von Zeit zu Zeit unterbrochen von einem kleinen Strand. Der Uferweg endet leider bereits an der Lieper Bucht nach 1,5 km. Von da an muss man an der Havelchaussee auf dem Bürgersteig laufen, wenn man weiter nach Süden möchte. Wir schauten noch bis zu der Fährstelle Lindwerder weiter und überlegten, ob wir zu der kleinen Insel übersetzen. Die Fähre war ein relativ kleines motorisiertes Boot, was an diesem Tag heftig im Wind schaukelte, so dass wir davon Abstand nahmen, um Alfa den bis dahin fröhlichen Ausflug nicht zu verderben.
Wir liefen denselben Weg zurück zum Grunewald-Turm, relaxten zuvor noch ein wenig am Strand, lauschten den Wellen und sahen auf die Wolken, die der Wind vor sich hertrieb und fühlten uns ein wenig wie an der Ostsee. Abschließend aßen wir im Garten des Restaurants, dessen Küche wir empfehlen können, und fühlten uns ein wenig entrückt wie im Urlaub, auch wenn die laute hektische Stadt nur wenige Minuten entfernt lag.
Die Havel ist auf jeden Fall einen oder gleich mehrere Besuche mit Hund wert. Neben dem Gebiet am nördlichen Grunewald sind Ausflüge zum weiter südlich gelegenen Wannsee oder im Norden in Tegel von uns schon ins „Visier“ genommen wurden.
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